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Fazit OMR Festival 2019

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Woran denke ich bei diesen Zahlen: 52.000 Besucher, über 600 Speaker, mehr als 400 Aussteller und 170 Masterclasses? An ein Online Marketing Rockstars Festival, das in diesem Jahr wieder alle Rekorde gebrochen hat. Lassen Sie uns die Veranstaltung Revue passieren. Nicht vollständig und absolut subjektiv – aber hoffentlich authentisch.

 

 

OMR Tag 1: Erste Eindrücke

 

Erstmal ankommen, alles auf sich wirken lassen und einen ersten Überblick bekommen? Nicht wirklich, denn die Superlativen des Events haben ihre Kehrseite. Zumindest wird am Dienstagmorgen aus euphorischer Vorfreude erst einmal Ernüchterung. Eigentlich sollte die Frage lauten, in welcher Halle die großen Speaker sind und welche Masterclasses die neuesten Trends zeigen. Stattdessen ärgert man sich über lange Schlangen zu Vorträgen der Big Picture Stage oder über abgelehnte Masterclass-Bewerbungen und unpassende Alternativ-Vorschläge. Während man in den sogenannten Tracks noch leere Stühle sieht, drängt sich die Frage auf: Welchen Mehrwert bietet das All inclusive Ticket eigentlich?

OMR Feeling

Bei der spontanen Auswahl aus den Vorträgen, Masterclasses und Guided Tours bringt auch die App nicht wirklich Licht ins Dunkel – zu komplex, zu wenig Filtermöglichkeiten, zu wenig individuelle Strukturierung möglich. Da hätte der Tagesablauf wohl schon im Vorfeld akribisch geplant werden müssen.

 

Ein erster Hotdog hebt die Stimmung, die ersten Cases noch mehr. Zugegeben, da ist dann schon ganz schön Innovation mit dabei! Beim Thema Content Marketing beweisen Adidas Running oder LAAX, wie man echte Emotionen erzeugt. Oder wie man im Europapark mit VR-Brille in die Achterbahn steigt und das Erlebnis jederzeit neu schaffen kann. Und wir erleben mit Titus Dittmann, warum er nicht einfach nur für Skateboards brennt, sondern die Jugend wirklich erreichen will. Weiteres Highlight: Der charismatische Formel-E Rennfahrer Daniel Abt, der seinen spannenden Sport in einem so natürlichen Gespräch beschreibt, als ob man persönlich vor ihm sitzt.

OMR Formel E

Am späten Nachmittag stehen neben der Frage nach den Lademöglichkeiten für das Handy (absolut top!) für mich vor allem zwei Fragen im Raum: Wie schaffe ich Relevanz und wie erzeuge ich Emotionen? Mit Secret Act Dendemann wird zumindest ein Teil schon mal beantwortet.

 

Festivalcharakter? Absolut!

 

 

OMR Tag 2: Konferenz auf höchstem Level

 

Die Konferenz am zweiten Tag geht noch einen Schritt weiter: Das Who is Who der Branche in Kombination mit einer beeindruckenden Bühne und Atmosphäre. Von OMR-Gründer Philipp Westermeyer über Bestseller-Autor Yuval Noah Harari, bis hin zu Bozoma Saint John oder Ellie Goulding bietet die Bühne eine Plattform für die ganz Großen. Gestern die erschreckende Nachricht: Wir haben Scooter verpasst – den Secret Act in der Mittagspause.

 

Absolut professionell: Die Live-Streams der Website. Einmal den richtigen Sitzplatz ergattert, lässt es sich per Handy oder iPad auch während der Vorträge zu anderen Themen und Speakern switchen. Zumindest wer seine Kopfhörer nicht vergessen hat.

 

Bei der Diskussion zum Thema Amazon war für mich vor allem der Standpunkt von Birkenstock-CEO Oliver Reichert beeindruckend: Klare Entscheidung gegen eine Zusammenarbeit, gerne auch rechtliche Konfrontation und lediglich Präsenz über Marketplace-Anbieter. Weiteres inhaltliches Highlight war für mich an diesem Tag das Thema E-Commerce. So stellten Kartenmacherei-Gründer Christoph Behn oder Picnic-Co-Gründer Michiel Muller ihre Konzepte vor.

OMR Kartenmacherei

Außerdem beeindruckend: Der Gründer des Content Marketing Instituts Joe Pulizzi mit seinem Leitfaden für die richtige Content-Strategie.

OMR Content Marketing

Eines wurde klar: Bei Influencer Marketing und Youtube läuft alles über Emotionen. Entscheidender Faktor hierfür ist die Musik. Am Abend in Form von den Hamburger Goldkelchen und auch ansonsten mehr durch HipHop als Rock. Festivalcharakter? Check!

OMR Hamburger Goldkelchen

Fazit

 

Die Welt des Online Marketing ist mindestens so komplex, vielschichtig und vielfältig wie dieses Festival. Aber so umfangreich das Angebot und die Cases auch waren, war der Fokus trotzdem klar: Die Frage nach Relevanz und Emotionen in einer datengetriebenen Welt der neuen Kundenperspektive und automatisierten Prozesse/KI. Gab es hierfür die richtigen Beispiele? Definitiv. Sind diese Impulse auch für die Praxis umsetzbar? Das hängt von der eigenen Zielsetzung ab. Auf Fragen, die mich momentan am meisten umtreiben und mir unter den Nägeln brennen, konnte ich zwar keine Antworten finden. Aber dafür gab es anderes. Denkanstösse. Inspirationen. Impulse, die man erst wirken lassen muss und dann im zweiten Step einen konkreten Nutzen erzeugen kann.

 

Wer mit dieser Erwartungshaltung in das Festival geht, bekommt eine Veranstaltung, die es in dieser Form definitiv kein zweites Mal gibt. Und das Ganze auch noch gepaart mit Festival-Feeling.

 

@OMR: Mich habt ihr überzeugt – wir sehen uns nächstes Jahr wieder!