Neueste Beiträge

Digitalisierung im Recruiting: Active Sourcing

  |   Recruiting

Aufträge ja – Fachkräfte nein? Die digitale Transformation verändert nicht nur die Wirtschaft allgemein, sondern auch die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Vor allem Experten in der IT-Branche sind hart umkämpft. Der „War for Talents“ zwingt Unternehmen zu mehr Agilität und einer neuen Unternehmenskultur. Für ein optimales Active Sourcing gilt es, durch moderne und digitale Zusatzangebote Mehrwerte zu schaffen. Um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen müssen Arbeitgeber mehr bieten, als „kostenloses Obst & kostenlose Getränke.“

 

 

Was ist Active Sourcing?

 

Die Recruiting-Verantwortlichen stehen durch den „War for Talents“ vor immer größeren Herausforderungen, die besten Talente und Professionals für sich zu gewinnen. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Bewerbungen auf dem Schreibtisch der Personalabteilung stapeln. Active Sourcing heißt die Devise. Doch was verbirgt sich dahinter? Um am Ball zu bleiben, schreiben immer mehr Unternehmen potenzielle neue Mitarbeiter aktiv an. So wird der Prozess einfach umgedreht – Unternehmen bewerben sich, anstatt passiv zu warten. Im Vorfeld gilt es daher, genau zu analysieren wo sich die Kandidaten aufhalten.

 

Nach der Studie „Recruiting Trends 2018″  der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und Monster Worldwide geht der Trend hin zur aktiven Suche nach geeigneten Kandidaten in sozialen Netzwerken.

 

In der IT-Branche sind acht von zehn Unternehmen der Meinung, dass es für die Effektivität und Effizienz in der Rekrutierung gut ist, zunehmend Aufgaben zu digitalisieren. Dabei spielen die Social-Media-Kanäle, die bei der beruflichen Orientierung helfen sollen, eine entscheidende Rolle. Während Xing in Deutschland den ersten Platz belegt, ist LinkedIn international sehr gut vertreten. Kandidaten nutzen verschiedene Möglichkeiten, um durch Unternehmen identifiziert zu werden. So haben sieben von zehn Kandidaten ein Profil bei Xing oder LinkedIn.

 

Die Top-5-Sourcing Kanäle, die häufig von Kandidaten genutzt werden um von Unternehmen identifiziert und angesprochen zu werden:

 

Active Sourcing: Allgemeine Kanäle

Quelle: https://www.uni-bamberg.de/isdl/transfer/e-recruiting/recruiting-trends/recruiting-trends-2018/

 

 

 

Active Sourcing: Weitere Kanäle

 

Neben den üblichen sozialen Karrierenetzwerken wie Xing und LinkedIn suchen 18,4% der Kandidaten bei Social-Media-Kanälen wie Google+ nach einem Job gefolgt von Facebook mit 11,7%.

 

Active Sourcing: Social-Media-Kanäle

 

Quelle: https://www.uni-bamberg.de/isdl/transfer/e-recruiting/recruiting-trends/recruiting-trends-2018/

 

 

 

Active Sourcing: Die direkte Ansprache

 

Um die besten Bewerber zu rekrutieren, müssen die Arbeitgeber immer mehr Initiative zeigen. Die Personaler sind nicht mehr nur Personaler. Die Recruiting-Verantwortlichen werden neben dem Personalwesen mehr in die Bereiche Marketing und Vertrieb rücken.

 

Die direkte Ansprache ist das wichtigste beim Active Sourcing. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Allein der Kandidat entscheidet, ob er antwortet oder nicht. Vier von zehn Kandidaten sind von der Direktansprache der Unternehmen genervt. Hauptgrund: Uninteressante Anfragen, die nicht zu ihren Fähigkeiten passen und als standardisierte Kontaktanfragen keinen persönlichen Bezug beinhalten. Darüber hinaus ist jeder zehnte Kandidat genervt, da er zu häufig direkt von Unternehmen angesprochen wird. Hinsichtlich unterschiedlicher Generationen ergeben sich Unterschiede, die zeigen, dass es gerade Kandidaten aus der Generation Y sind, die eine Direktansprache als unpassend empfinden.

 

Active Sourcing: Risiken

 

Quelle: https://www.uni-bamberg.de/isdl/transfer/e-recruiting/recruiting-trends/recruiting-trends-2018/

 

Die Ansprache muss individuell auf jeden Kandidaten angepasst werden. 45,5% der Kandidaten haben sich bei einem Unternehmen beworben, bei dem sie sich ohne direkte Ansprache nicht beworben hätten.

 

Active Sourcing: direkte Ansprache 

 

Quelle: https://www.uni-bamberg.de/isdl/transfer/e-recruiting/recruiting-trends/recruiting-trends-2018/

Vorteile

  • Kanäle für die Kandidatenansprache differenzieren sich immer weiter aus, sodass es immer gezieltere Kanäle für die Kandidatenansprache gibt
  • Active Sourcing ist zur Besetzung von schwer vermittelbaren Stellen günstiger und effizienter als klassische Stellenanzeigen
  • Durch eine Vorauswahl entsteht ein geringerer Streuverlust und weniger Aufwand bei der Kandidatenwahl
  • Erreichen von passiven Kandidaten
  • Erreichen der Wunschkandidaten mit personalisierten und maßgeschneiderten Nachrichten
  • Active Sourcing eignet sich besonders, um Fachspezialisten und/oder Talente zu finden
  • 4 von 10 Kandidaten bevorzugen die persönliche Ansprache anstelle der selbständigen Bewerbung
  • Passende Kandidaten können über die richtigen Kanäle sehr gezielt angesprochen werden
  • Mit einer optimierten Candidate Experience, d.h. der von Bewerbern erlebten Arbeitgebermarke, schaffen Unternehmen den besten ersten Eindruck

 

Nachteile

  • das HR-Team muss gegebenenfalls umstrukturiert und je nach Größe des Unternehmens eine eigene Stelle für das Active Sourcing geschaffen werden
  • Das Wissen, wie man Kandidaten professionell anspricht, ist essenziell, um das Interesse zu wecken
  • Kandidaten informieren sich auch über Unternehmen – auch das Employer Branding muss ansprechend sein, um punkten zu können
  • erfolgreiches Active Sourcing will gelernt sein (Schlüsselwörter, personalisierte Anfragen, Suchkriterien)
  • Talente werden überhäuft mit vorformulierten Nachrichten und Massentexten – sie sind genervt
  • viele Talente haben zwar ein Profil auf Xing oder LinkedIn, nutzen es aber nicht aktiv und lesen Nachrichten manchmal erst nach Wochen
  • man muss sich über die verschiedenen Business-Netzwerken informieren und zudem wissen auf welchen Netzwerken die eigene Zielgruppe zu finden ist

Fazit

 

Durch das gezielte Anschreiben bauen wir ein freundschaftliches Verhältnis zu den Bewerbern auf. So sind wir bei Vision11 von Anfang an offen und ehrlich. Gleichzeitig wird durch Active Sourcing der Bewerbungsprozess verkürzt, da sich sie „richtigen“ Kandidaten bewerben. Insgesamt führen wir nur noch zwei Gespräche mit den Bewerbern. Beim dritten und finalen Gespräch erhält der potentielle neue Mitarbeiter ein Angebot.  Wir haben es geschafft, dass Kandidaten innerhalb von 10 Tagen den Arbeitsvertrag unterschreiben. In der heutigen Zeit ist es ohne Active Sourcing nicht mehr möglich schnell zu expandieren. Durch das Einführen des Active Sourcing konnten wir im Jahr 2018 um 62,5% wachsen und einen weiteren Standort in Augsburg eröffnen.

 

Ist Employer Branding ein weiterer wichtiger Bestandteil der Digitalisierung im Recruiting? In unserem nächsten Blogbeitrag erfahren Sie mehr über die Vorteile einer starken Arbeitgebermarke.