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Erfolgreiche digitale Transformation: Führung, Kultur und Methodik

  |   Strategie & Kommunikation

Die Digitalisierung macht vieles einfacher und hat einen enormen Einfluss auf unser heutiges und zukünftiges Leben und die Art, wie Firmen und Kunden miteinander kommunizieren und agieren. Da stellt sich die Frage, worin genau der Unterschied zwischen Digitalisierung und digitalem Wandel liegt. Und vor allem: Sind Unternehmen heutzutage ohne entscheidende Elemente der digitalen Transformation noch konkurrenzfähig?

 

 

Digitalisierung vs. digitale Transformation

 

Die digitale Transformation beschreibt die notwendigen Schritte und den zugehörigen Entwicklungs- und Managementprozess, um Abläufe innerhalb eines Unternehmens durch technische Systeme zu digitalisieren und folglich zu automatisieren. Dabei stellt die Digitalisierung eine Grundvoraussetzung der digitalen Transformation, also des digitalen Wandels zur Arbeitswelt 4.0. dar. Durch die Digitalisierung von Daten, Prozessen, Systemen und der Kommunikation wird nach und nach eine digitale Unternehmenskultur aufgebaut. Die primäre Rolle spielen dabei die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bereichen und Systemen.

Quelle: Vision11

Warum sollten andere Branchen nachziehen? Die digitale Transformation birgt viel Potenzial. Sie erhöht die interne Transparenz, beschleunigt Abläufe und verbessert die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Kundenbeziehung. Eine zunehmende Relevanz der digitalen Transformation oder bestimmter Teilaspekte davon sind dabei branchenübergreifend beobachtbar, beispielsweise in der Prozessoptimierung sowie der Beziehung zum Kunden.

Themenbereiche Digitalisierungsprojekte

Voraussetzungen

 

Um den digitalen Unternehmenswandel anzustoßen, wird eine gewisse Grundstruktur und Offenheit gegenüber dem bevorstehenden Wandel benötigt. Alleine die Digitalisierung der steigenden Anzahl und zunehmend wichtigen Daten verspricht noch keinen entscheidenden Mehrwert für Unternehmen.

Es sind die Vernetzungen zwischen Daten, Systemen und Mitarbeitern, die Prozesse optimieren. So lassen sich Reports beispielsweise automatisieren, Veränderungen in Echtzeit einsehen, wichtige Informationen wie Sales-Ergebnisse abteilungsübergreifend teilen und Kommunikationswege verkürzen.

 

 

Erfolgsfaktoren

 

Dass gerade Unternehmen aus dem IT-Sektor hinsichtlich der Unternehmensdigitalisierung ihren klassischen „Konkurrenten“ weit voraus sind, lässt sich durch die beiden Erfolgsfaktoren einer digitalen Transformation erklären: Technische Fähigkeiten und Anpassungsfähigkeit. Da die Technikbranche in den letzten Jahren so rasant gewachsen ist wie keine zweite, sind die Unternehmen darauf angewiesen, entscheidende Trends vorauszusagen und umgehend auf Prognosen zu reagieren. Die technischen Fähigkeiten sind in diesem Sektor meist bereits auf dem aktuellsten Stand. Vor allem beim Implementieren und Instandhalten von Systemlösungen zeigt sich deren entscheidende Bedeutung. Die Mitarbeiter richtig zu betreuen, zu fördern und die Zusammenarbeit der Experten aus verschiedenen Abteilungen gekonnt zu managen, stellt selbst erfahrene Projektleiter vor eine große, oft unterschätzte Herausforderung.

Agiles Management = Mitarbeiterorientiertes Management


Die Arbeitsweise unterscheidet sich bei agilen Projekten grundlegend vom klassischen Projektablauf. Die stetig wechselnden Anforderungen und damit einhergehenden Herausforderungen zu organisieren erfordert aufgrund der zunehmenden Dynamik und Komplexität von Projekten neue Methoden und Führungsstile. Agiles Projektmanagement lautet das Zauberwort. Abgeleitet von dem Agilen Manifest (link) modernisiert es klassische Managementansätze. Der Hauptfokus wird beim agilen Projektmanagement auf 4 Leitsätze des Agilen Manifests gelegt, bei denen folgende Werteverteilung gilt:

 

  • Individuen und Interaktion mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Auftragsgeber mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

 

Die gegenüberstellende Formulierung verdeutlicht, dass die jeweils rechts gelisteten Werte zwar enorm wichtig sind, die Werte der linken Seite jedoch noch höher angesehen werden (sollten).

Verständnis Projektmanagement

Teile agiler Projektstrukturen sind in allen Branchen vorteilhaft. Selbst in öffentlichen Verwaltungseinrichtungen, in denen agile Projektstrukturen noch sehr selten Anwendung finden, steigt bei den Mitarbeitern die Akzeptanz und Nachfrage nach zeitgerechten Arbeitsabläufen. So wünschen sich laut einer Umfrage von Looks, H., Schön, E.-M. & Thomaschewski, J., (2018) zu agilen Projekten in öffentlichen Verwaltungen etwa 90% der Befragten aus diesem Bereich die Arbeit in Projektgruppen. Die Vorteile sind beispielsweise ein erhöhter, abteilungsübergreifender Informationsaustausch, woraus eine automatische interne Förderung durch Wissensweitergabe und Zufriedenheitssteigerung der Angestellten durch soziale Interaktion resultiert. Die Vielfalt der Argumente spricht für das aktive Anstoßen eines digitalen Wandels im eigenen Unternehmen. Doch wie meistert man die Herausforderung, dass nicht jeder Mitarbeiter gleich auf Veränderungen reagiert?

 

 

Riemann-Thomann Schema

 

In agilen Projekten arbeiten viele Experten aus verschiedenen Fachbereichen in neu zusammengestellten Projektgruppen miteinander. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Fachkenntnis voneinander, sondern weisen oft auch unterschiedliche Wesensmerkmale und Soft Skills auf. Das Riemann-Thomann Modell stellt diese Ausprägungen in vier Dimensionen dar: Nähe-Distanz und Dauer-Wechsel. Mitarbeiter bevorzugen je nach bestimmten Grundausrichtungen verschiedene Arbeitsbedingungen und nehmen verschiedene Rollen im Projekt ein.

Riemann-Thomann-Schema

Quelle: Thomann, C., Schulz von Thun, F., Klärungshilfe (2003) 

  • Nähe: Zuneigung, Vertrauen, Bestätigung, Harmonie
    // ROLLE: Teamarbeit, Verständnis, Kontaktfähigkeit
  • Distanz: Abgrenzung, Individualität, Eigenständigkeit, hohes Maß an Freiheit und Rückzugsmöglichkeiten
    // ROLLE: Rationales Denken, Selbstständigkeit, Unverwechselbarkeit
  • Dauer: Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Verantwortung, Vorsicht, Kontrolle, Gesetzestreue, Kontinuität, etwas unflexibel
    // ROLLE: Analyse, Pflichtbewusstsein, Organisationstalent
  • Wechsel: Leidenschaft, Phantasie, Spontanität, Suggestion, Risiko, Neugier
    // ROLLE: Innovation, Kreativität, Lernbereitschaft, Problemlösung

Das gezeigte Riemann-Thomann Modell veranschaulicht, welche Veranlagung bei den Mitarbeitern vorliegen können und welche Rollenverteilung sich daraus ergibt. Welche Ausprägungen in jeweiligen Projektbereichen vorteilhaft sind, hängt von dem genauen Aufgabenbereich ab. Gerade in umfassenden Projekten empfiehlt es sich, immer alle vier Typen zu integrieren, um verschiedene Denkweisen, Bereiche und Tätigkeiten abzudecken. Die unterschiedlichen Charaktere und deren Ausprägung zu erkennen und aufeinander abgestimmt arbeiten zu lassen, ist eine große Herausforderung für Manager. Denn oftmals werden Führungskräfte  aufgrund ihres Fachwissens und nicht der gezeigten Führungskompetenzen zum Projektleiter ernannt.

 

 

Fazit

 

Der digitale Wandel ist unumgänglich. Die Grundbausteine legen die vorhandene IT-Kompetenz sowie die Akzeptanz aller Beteiligten gegenüber dem Wandel der digitalen Transformation. Den neuen Projektanforderungen gut gerüstet entgegen zu treten und zunehmend komplexe Abläufe mit geeigneten Führungsmethoden sicherzustellen, stellt dabei die größte Herausforderung für die Manager der digitalen Zukunft dar. Es stellt sich also nicht die Frage, ob man die digitale Transformation einleitet, sondern wie man ihr am besten begegnet.